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Sprache

Sprache

Das Konzept des thematischen, interdisziplinären Projekts, das eine Ausstellung der zeitgenössischen Kunst und ein Begleitprogramm umfasst, wurde im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem Öffentlichen Saal Hraničář und dem Deutschen Hygiene-Museum in Dresden vorbereitet.  Das fünfmonatige Projekt untersucht und entdeckt die Grenzen der aktuellen zwischenmenschlichen Kommunikation, die sich an der Formung  alltäglicher sozialer Beziehungen beteiligt, die Schritt für Schritt den sozialen Kontext der Gesellschaft prägen. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen verläuft durch den offenen Dialog und die Verbindung der thematischen Ausstellungen, wobei nicht beabsichtigt wird, die aktuelle Dresdner Ausstellung zu kopieren, sondern eine neue Perspektive und eine Gegenüberstellung von Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst zu schaffen. Der interdisziplinäre Diskurs, der vor allem im Begleitprogramm zum Ausdruck kommt, bietet den Zuschauern einen eng profilierten Blick auf das eigentliche Thema der Sprache.

Im Rahmen der in der Galerie Hraničář präsentierten Ausstellung Jazyk (Sprache) wollen wir die Komplexität der Sprache, ihre kreative Kraft und Symbolik betonen. Die Zeichen und Symbole dienen als Auslösemechanismen verschiedener Assoziationen aus unserer Realität. Diese Mehrdeutigkeit kommentiert die aktuelle kulturelle Kodierung und enthüllt im erheblichen Maße ihre Inhaltslosigkeit und Unverständlichkeit. Deswegen geht die Ausstellung mit der Sprache um wie mit einer Enigma, einem mysteriösen und sehr komplexen Zeichensystem, das von einzelnen Künstlern benutzt wird. Die Sprache ist ein System zum Schaffen von Instrumenten, Versuchen, Zusammenhängen oder Wortspielen. Wir stellen uns die Hieroglyphensprache ohne den Stein von Rosette vor. Wir stellen uns sprechende Tiere und ihre Rede vor. Wir stellen uns die dehumanisierte Sprache vor. Wir versuchen, uns das Unvorstellbare vorzustellen, denn wir sind in die Grenzen der eigenen Sprache und der erlernten Sprachspiele gezwängt. Die Sprache verstehen wir im übertragenen Sinne, indem wir die Gesamtheit der Welt, durch die Sprache vermittelt oder von ihr erfunden, nur auf einen sehr kleinen Ausschnitt der Kunstwelt übertragen – auf das Spiel der individuellen ästhetischen Formen.

Lenka Vítková schafft Prismen, eine Art Zeichen befreit von einem direkten Zweck, getrennt vom Bezeichneten. Diese Zeichen verbinden eine gewisse Direktivität, vielleicht eine symptomatische Autorität und ihre Absenz in sich. Peter Demek schafft Objekte, die in Form von Instrumenten einer Situation dienen, deren Sinn einigermaßen unklar ist. Vielleicht sind sie rituell und dadurch beziehen sie sich gut auf die kultische und magische Kunst. Sie enthüllen eine Verwandlung. Das Werk von Jan Šerých enthält eine gewisse Lücke in sich, die genauso breit ist wie die Lücke zwischen dem Buch der Limericks  von Edward Lear und seinen Zeichnungen von Papageien. Julius Reichel baut eigenartig hergestellte Regalsysteme und Schubladen für einzelne Kategorien auf. Er ist immer bereit, es sich in dem jeweiligen Milieu gemütlich zu machen, die Regale in die Höhe aufzurichten, die Rahmen eigener Imagination auszubreiten. Federico Díaz hat den Schem in die Öffnung der mechanischen Hand gelegt. Er hat sie angezogen. Die Hand knetet den Ton. Die Hand erfüllt die erteilten Aufgaben. Die Hand spielt gehorsam das Spiel. Die Stimme von Vladimir 518 begleitet uns auf dem Weg durch den Tunnel. Wir fahren tief unter der Landschaft und manch ein einfallsloser Sophist (oder seine materialistische Variante - Quantenphysiker) könnte die Existenz der menschlichen Welt während der Fahrt anzweifeln. Jiří Hölzel und Zdeněk Svejkovský begaben sich in das Milieu eines verlassenen Online-Spiels. In eine Welt, die nur mit der Anwesenheit von Spielern einen Sinn macht. Die leere und teilweise zusammengestürzte Welt stellt einen sinnlosen Rest von unseren alten Entwicklungsphasen dar.

Die Ausstellung wird während ihrer sechsmonatigen Laufzeit ergänzt durch künstlerische Interventionen, ein Begleitprogramm bestehend aus öffentlichen, moderierten Diskussionen, Galerieanimationen für Kinder, Workshops, ausgewählten Filmvorführungen, Konzerten, Theater und weiteren experimentellen Projekten. Zur Ausstellung Jazyk (Sprache) und zum Projekt Jak si rozumět? (Wie kann man sich verstehen?) erscheint eine thematische Zeitschrift.

Ausstellende Künstler

Alžběta Bačíková, Peter Demek, Federico Díaz, Tomáš Hlavina, Jiří Hölzel a Zdeněk Svejkovský, Julius Reichel, Jan Šerých, Lenka Vítková, Vladimír 518, Aleksandrina Yordanova

Autor des Projektkonzepts / Richard Loskot
Kuratorenteam / Marek Meduna, Martina Johnová
Begleitprogramm / Jana Baierová, Karel Karika, Pavlína Loskotová, Miloš Makovský, Jindra Moravcová, Jiří Němeček, Petr Kuneš, Ivana Zochová a kolektiv Hraničář
Grafik / Aleks Hue

Vernissage: 5. 10. 2016 od 19 h
Die Ausstellung dauert bis zum 16. 2. 2017

Pressemitteilung

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Galerie Hraničář
Prokopa Diviše 7, Ústí nad Labem

Öffnungszeiten:
Mo–Fr : 15:00–19:30
Sa: geschlossen
So: 13:00–18:00
Eintritt frei

W: www.hranicar-usti.cz
E: galerie@hranicar-usti.cz

Die Veranstaltung unterstützen

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