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BLOG – prostor pro mezioborový dialog a kreativitu.

Warum sich die erste Zeitschrift von Hraničář nicht entgehen zu lassen?

Aussig (Ústí nad Labem) ist eine tote Stadt. In Aussig gibt es nichts los. In Aussig gibt es nichts zu besichtigen. Sicher haben Sie schon manchmal einen ähnlichen Satz auch gehört, oder vielleicht auch gesagt, besonders falls Sie wie ich in Aussig leben. Die immer wieder auf neu wiederholte Mantra ist so fest bei den Einwohnern von Aussig bewusst geworden, dass sie kein bloßes Konstatieren der Realität mehr ist. Sie wurde fast zu einem ungeschriebenen Gesetz.

Solch ein Gesetz widerlegt man nur schwer. Man kann schlecht bestimmen, seit wann es eigentlich nicht mehr gilt. Man kann jedoch nicht unbeachtet lassen, dass sich in Aussig in den letzten Jahren Gruppen von Menschen bilden, die dieses Aussiger Einprogrammieren verletzen. Hraničář ist keine einzige von solchen Gruppen. Dank ihnen kann ich aber einen Beweisgegenstand vorlegen, Damen und Herren. Es ist nämlich kein Mord geschehen. Aussig lebt!

Ich selbst wirke in Hraničář seit einem knappen Jahr. Ich habe mich eigentlich erst im Herbst letzten Jahres angeschlossen, als wir hier den ersten Jahrgang des Festivals von Illustration und Comics veranstaltet haben. Innerhalb dieses Jahres ist aber vieles passiert. Außer des erwähnten Festivals habe ich an der Ausstellung Wie einander verstehen? (Jak si rozumět?teilgenommen, eine Debatte über Lithium-Förderung moderiert, oder mich beispielsweise an der Gestaltung einer Zeitschrift beteiligt. Über die werde ich hier heute in erster Linie sprechen. Zeitschrift Wie einander verstehen? ist nämlich jener Beweisgegenstand.

Was finden Sie darin?

Kurz gesagt – die Zeitschrift fasst die Initiativen von Hraničář und dessen Gäste im Zeitraum von der zweiten Hälfte des letzten Schuljahrs zusammen und schließt die thematische Ausstellung Wie einander verstehen? ab. Es ist jedoch nicht nur ein Verzeichnis der Veranstaltungen und Erfolge. Es ist eher ein sämtliche Bemühungen, Themen und Meinungen reflektierendes Spiegel, die mit Hraničář innerhalb des halben Jahres in einer Resonanz gestanden haben. Und unter Hraničář verstehe ich nicht nur die Menschen, die diese Zeitschrift am Leben halten und ihr Blut in die Adern pumpen, sondern auch Gäste und Freiwilligen.

Sie selbst können sich im Artikel des Direktors von Hraničář, Aleš Loziak, davon überzeugen, was ihm Hraničář bedeutet und in welcher Richtung er diese Zeitschrift in Zukunft leiten will. Auch lächelnde Kuratorin von Galerie Hraničář, Martina Johnová, reflektiert auf ähnliche Art und Weise ihre Erfahrung mit Ausstellungen und Künstlern, die im letzten Jahr in der Galerie ihre Kunstwerke präsentiert haben.

Martina Raclavská bewertet in der Zeitschrift das Funktionieren von Media Lab objektiv als Ideenlabor von Hraničář. Vielleicht von einem etwas naiven Einfall, der sich um eine fachübergreifende Kommunikation bemüht hat (und auch weiterhin bemühen wird). Den Unterschied zwischen Künstlern, Experten und Einwohnern zu löschen und Lust und Willen mit gemeinsamen Kräften das Umfeld positiv zu beeinflussen so zu extrudieren, in dem wir leben. Sollte es schon um die fachkundige Äußerung von Martin Libich zur Lithium-Förderung in der Aussiger Region und zu allen technischen, mit dem Anbau verbundenen Klippen, oder um die Intervention der gastierenden Architekten und Künstler in den öffentlichen Raum gehen.